suryoye-deutschland


http://web7.xps10.microserver.de/kalender/termine/public/12/2013/06/1/

Druckversion / Zur Bildschirmversion



St. Nikolaus (Mor Zoche)
Die Legende vom Hl. Nikolaus

Vor vielen Jahren ist Nikolaus in dem Land, das heute Türkei heißt, geboren. Er war sehr reich. Eines Tages hört er durch das offene Fenster Stimmen von Menschen,
die jammern und klagen. Nikolaus springt auf und eilt in den Garten. Dort hört er den Mann mit zitternder Stimme reden. »Ihr lieben Töchter«, sagte er, »ich wäre froh, wenn ihr heiraten könntet.

Aber ich bin arm. Ich habe kein Geld, um euch dafür die Tücher und Kästen, die Krüge und Teller zu kaufen. Ich muss euch wegschicken, damit ihr bei fremden Herren Geld verdienen könnt«. Durch eine Ritze in der Mauer sieht Nikolaus
den Nachbarn und seine Töchter. Nikolaus weiß: Sie haben Angst davor, in einer fremden Stadt bei fremden Herren als Dienerinnen arbeiten zu müssen.
Nikolaus eilt zurück in sein Haus. Er will dem Nachbarn und seinen Töchtern helfen. Er holt viele Goldstücke aus der Schatztruhe in seinem Keller, bindet sie in einem Tuch zusammen und wirft es in das offene Fenster des Nachbarhauses.
Morgens findet der Nachbar das Gold. Er wundert sich und ist voller Freude. Jetzt wird das Hochzeitsfest für die älteste Tochter vorbereitet. Später wirft Nikolaus einen zweiten Goldsack in das Nachbarhaus. Der Nachbar wundert sich noch mehr. »Ich will herausfinden, wer uns so beschenkt,« sagt er. Doch er ist glücklich. Auch die zweite Tochter kann jetzt heiraten.

Wenige Tage darauf wirft Nikolaus einen weiteren Goldsack ins Nachbarhaus. Doch heute wacht
der Nachbar vom Aufprall des Geldes auf. Sofort springt er auf und schaut aus dem Fenster und
entdeckt im Dunkeln eine Gestalt. Er läuft ihr nach. Er klettert sogar über die Mauer. »Bleib
stehen!«, ruft er. Und er packt Nikolaus am Ärmel. Im Schein der Laterne erkennt er ihn. »Du
bist der gute Mann, der uns so beschenkt hat!«, ruft er.

Er fällt vor Nikolaus auf die Knie und will seine Füße küssen. Doch Nikolaus schüttelt ihn ab
und streckt ihm seine Hände entgegen. »Sag niemandem, wer dir geholfen hat«, bittet er, »das soll
ein Geheimnis bleiben«.
Einige Jahre später reist Nikolaus in die Stadt Myra. Sie liegt wie seine Heimatstadt in der Türkei.
Sehr früh geht er dort zum Morgengebet in die Kirche. In der Vorhalle kommt ihm plötzlich ein
alter Mann entgegen. Er sagt zu ihm: »Du sollst der neue Bischof von Myra sein! Gott sagte mir
im Traum: Der Mann, der am Ende der Nacht als erster die Kirche betritt, soll der neue Bischof
von Myra sein.«
Nikolaus zuckt zusammen: »Ich will beten. Ich will wie Jesus den Armen helfen. Ich will Jesus
dienen. Aber Bischof sein? Nein!« »Du dienst Jesus,wenn du Bischof wirst«, sagt eine Stimme.
Plötzlich merkt Nikolaus, dass viele Menschen in der dunklen Kirche sind. Sie haben die ganze
Nacht gebetet und hier im Dunkeln auf den neuen Bischof gewartet. Jetzt zünden sie Kerzen an.
Sie führen Nikolaus nach vorne zum Bischofsthron. Er lässt sich den Bischofsmantel umlegen
und den Bischofshut aufsetzen. Die Menschen freuen sich und klatschen.
Wieder einige Jahre später herrscht im Land eine große Hungersnot. Die Hitze hat alles Korn
verdorren lassen. Die Menschen haben großen Hunger.
Eines Tages fahren Schiffe, schwer beladen mit Korn, in den Hafen ein. Gerne möchten die
Menschen den Schiffern das Korn abkaufen. Doch die Schiffer verkaufen nichts: »Unser
Dienstherr wird uns bestrafen, wenn wir nicht alles Korn zum Zielhafen bringen«, so sagen sie.
Da geht Bischof Nikolaus zum Hafen: »Gebt den Menschen von eurem Korn. Gott selber wird
eure Schiffe wieder voll machen.« Die Schiffer sind skeptisch. Aber sie sehen die hungrigen
Menschen und geben schließlich von ihrem Korn ab. Bischof Nikolaus teilt alles gerecht. Alle
werden satt und die Felder können neu bestellt werden.
Die Schiffe sind später trotzdem voll beladen im Zielhafen angekommen.
Hinzugefügt von: HSA
Hinzugefügt am: 6-12-2013
Zeitspanne: 06.12.13, 08:00 - 06.12.13, 23:00
Wichtigkeit: Hoch




Föderation Suryoye Deutschland - HSA